Sonntag, 1. Februar 2009
115 Tage USA
Nun bin ich seit zwei Wochen wieder in heimischen Gefilden, leide noch immer unter Jetlag und berichte Freunden und Verwandten von meinen amerikanischen Abenteuern. Zu erzählen gibt’s da genug, schließlich erinnere ich mich jeden Tag an Anekdoten, die mich zum Schmunzeln bringen. So kommen mir einige Erinnerungen an meine Mitbewohner in den Sinn, die schon mal die halbe Wohnung unter Wasser gesetzt oder durch ein Versehen einen Polizeieinsatz ausgelöst haben. Oder jener Mann, der mich zwar für eine Australierin hielt, mir dennoch ein Kompliment für mein gutes Englisch aussprach. Aber auch mein Ausflug zum Grand Canyon schießt mir ins Gedächtnis. Den Grand Canyon im Sonnenuntergang zu sehen war eines der Highlights meines Auslandssemesters in Amerika, das ich sicherlich nie vergessen werde.
Amerika ist anders, als ich es mir vorgestellt hatte. Nicht supermodern, nicht überheblich und schon gar nicht allen anderen voraus. Es ist vielmehr eine Mischung aus alt und neu, aus Einflüssen verschiedenster Kulturen und Menschen.
Müsste ich Amerika mit einem Wort beschreiben, würde ich „gegensätzlich“ wählen. Ich habe Amerika als das Land der unbegrenzten Möglichkeiten erlebt, zur gleichen Zeit aber auch als ein Land, das Jugendlichen tausende von Dollar für eine durchschnittliche Ausbildung abknöpft und Müttern keinen bezahlten Mutterschaftsurlaub bietet. Wer Geld hat, kann sich ein schönes Leben machen. Der Durchschnittsbürger aber muss mehrere Jobs gleichzeitig annehmen, um seine Familie über Wasser zu halten und geht doch pleite, wenn ein Familienmitglied eine Operation braucht. Ein staatliches Gesundheitssystem gibt es nämlich in den USA nicht. Der Großteil der Menschen ist freundlich und interessiert an Erzählungen von fremden Kulturen, besitzt jedoch selbst keinen Reisepass, weil viele Menschen die eigenen Landesgrenzen nie übertreten haben. In Sachen Umweltschutz könnten sich die Amerikaner bei uns eine Scheibe abschneiden, denn „umweltschonend“ oder „energiesparend“ sind Fremdwörter im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
Neben einem interessanten Land habe ich aber auch etwas ganz anderes entdeckt: mich selbst. Ich war während meiner Zeit im Amerika glücklich, allein, stolz, verzweifelt, neugierig, genervt, sprachlos und oft erstaunt – über mein eigenes Verhalten, meine Tradition und Kultur. Die amerikanische Kultur ist in vielerlei Hinsicht anders als die österreichische – manche Dinge haben mir dort besser gefallen, anderen hingegen ziehe ich das gewohnt Österreichische vor. Eines habe ich aber sicher gelernt: Über den Tellerrand hinausblicken und die eigenen Gewohnheiten zu hinterfragen, bringt immer etwas. Und wenn auch nur, dass man wieder schätzen kann, was man zu Hause hat.
So schön es zu Hause auch ist, das Fernweh bleibt nicht aus. Amerika ist in jeder Hinsicht entdeckens- und erlebenswert. Von meinen Erlebnissen während meines ganz persönlichen Amerika-Abenteuers werde ich noch lange zehren und eines ist gewiss: Ich komme wieder.
Montag, 29. Dezember 2008
Leaving New York, never easy...
Über diese Meeresenge wurde früher eine Eisenkette gespannt, um feindliche Schiffe vom College und Militärstützpunkt fernzuhalten.
Ein Denkmal erinnert an den Bürgerkrieg, in dem ehemalige Schulkollegen aus dem Süden und dem Norden gegeneinander kämpften:
Der Besuch in Westpoint war sehr interessant, hat mich allerdings auch nachdenklich gestimmt. Die Army in Amerika hat einen so anderen Ruf als ein europäisches Heer und Soldaten werden dort oft als Helden verehrt. Ich habe die Tourleiterin auch gefragt, was die Soldaten nach ihrer Zeit beim Heer machen. Sie hat gemeint, dass viele bei der Army bleiben wollen, aber die anderen gehen einfach in die Privatwirtschaft. Meiner Meinung nach ist es bei uns nicht so einfach für einen ehemaligen Soldaten, in einen anderen Job umsteigen zu können. Was ich damit sagen will, ist, dass diese Leute dort vermutlich überall mit offenen Armen empfangen werden, da sie ja für ihr Land so viel getan haben und gedient haben. Naja, es ist einfach eine andere Einstellung. Mir macht das irgendwie Angst...
Am Abend war ich noch zur Abschlusspräsentation von Idas und Evas Schmuckkurs eingeladen. Dort gabs tolle, selbstgemachte Schmuckstücke zu bewundern! Rechts seht ihr ein paar von Idas Meisterwerken. :)
Nun war es aber höchste Zeit für die Abschlussfeier! Um auch jeweils einen bleibenden Eindruck bei den Leuten, mit denen wir ein Semester Tür an Tür gewohnt hatten, zu hinterlassen, beschrifteten wir gegenseitig "I love NY" T-Shirts. Das war zwar ganz lustig, aber wir waren doch vom Kofferpacken und Organisieren relativ erschöpft, sodass die Party dann eher gemütlich wurde und ich um 2am ins Bett verschwand...
Eva hatte mir am Donnerstag noch von den Wetterprognosen erzählt, die nicht nur starken Schneefall, sondern sogar einen Blizzard voraussagten. Da das natürlich nicht die günstigsten Voraussetzungen für unsere Heimreise am nächsten Tag waren, freute ich mich beim Aufstehen am Freitag sehr, dass der erwartete Schneefall über Nacht nicht eingesetzt hatte. Tja, zu früh gefreut, denn zwei Stunden später begann es zu schneien. Und es schneite ordentlich, sodass sich bereits eine Schneedecke gebildet hatte, als wir nach dem Frühstück im Red Hawk Diner wieder zum Studentenwohnheim fuhren. Nun muss man wissen, dass Schnee in den USA offensichtich anders gehandhabt wird, als in Österreich; nämlich gar nicht. Schon nach ein paar Stunden Schneefall wird alles dicht gemacht, der Shuttlebus eingestellt und überhaupt herrscht dann Chaos. Leute hatten sich wegen des angekündigten Blizzards mit Lebensmittel für mehrere Tage eingedeckt und außerhalb der Wohnheime herrschte gespenstige Stille. Für uns Österreicher ist das nicht zu verstehen, schließlich ist Schnee in NJ keine Seltenheit. Dennoch - Angst, ob der Flieger wohl starten könne, machte sich breit. Sarahs Freund Andy fuhr uns zum Flughafen. Auf der halbstündigen Fahrt dorthin kam uns von Schnee, über Regen bis hin zu Eisregen jedes Wetter unter und der Highway stand bereits in eine Richtung still. Die Anzeigentafel am Flughafen zeigte aber "On Time" für unsere Flüge an und das ließ uns erst mal aufatmen. Tatsächlich war mein Flieger fast zur angekündigten Zeit fürs Boarding bereit und so saß ich also um 7pm im Flugzeug - bereit für die Heimreise. Dort saß ich allerdings auch noch um 9pm, ohne in der Luft gewesen zu sein. So lange wurde das Flugzeug nämlich enteist! Der Pilot informierte uns im Halbstundentakt über diesen Vorgang ("Ich muss die Klimaanlage jetzt ausschalten, damit wir nicht diese Dämpfe einatmen") und ich war natürlich froh, dass mein Flieger überhaupt starten konnte. Ich hätte auch eine ganze Reihe für mich allein gehabt, wenn sich nicht die Dame hinter mir vorgesetzt hätte, weil mit ihrem Sitz etwas nicht stimmte. Wie auch immer, nach fünfeinhalb Stunden Flugzeit kam ich in London an, wo ich noch drei Stunden Wartezeit hatte, bevor es endlich in die Heimat ging.
Die wackelige Landung in Wien konnte meine Vorfreude auch nicht trüben, denn aus dem Fenster konnte ich ja schon erste österreichische Blicke erhaschen! Auch meine Albträume bezüglich Zoll bewahrheiteten sich zum Glück nicht und so konnte ich aufatmen, dass ich zwei meiner drei Koffer bereits bei mir hatte (den dritten Koffer, den ich in Chinatown ergattert hatte und der etwa so groß war wie meine beiden anderen zusammen, konnte ich glücklicherweise Eva nach Graz mitgeben - Danke nochmal ;)).
Am Flughafen wurde ich schon von meinen Eltern inklusive Luftballon und Plakat erwartet - ein wirklich toller Empfang! Nun bin ich schon seit einer Woche wieder in der Heimat - ein Resümee meiner Zeit in Amerika gibts bald! :) Jetzt gibts natürlich schon Fotos von meiner letzten Auslandssemesterwoche! ;))
Bis bald, eure Kathi (:
Sonntag, 14. Dezember 2008
Ho Ho Hoboken
Trotzdem freu ich mich aufs Christkind! ;) Viele weitere Hoboken-Fotos gibts in der Galerie! (:
Freitag, 12. Dezember 2008
Das Christkind kommt schon bald
Weiters wurden das Haus, in dem Carrie in der Sendung lebt, und die berühmte Magnolia-Bakery von uns unter die Lupe genommen! Natürlich durften wir uns eine kleine Feinheit nicht entgehen lassen:
Nach dem Meatpacking-District zog es uns nach Chinatown, wo ich noch einige Einkäufe erledigen konnte, bevor ich wieder nach Hause komme ;) Unter anderem gehört auch ein Koffer zu den neu erstandenen Besitztümern. *g*
Donnerstag, 11. Dezember 2008
How to be as American as possible
Das Stadion war natürlich riesengroß, bunt und gleich zu Beginn wurde die Nationalhymne gespielt:
Hinter mir ist ein typischer Amerikaner gesessen, den es wohl gewundert hat, dass wir weder für die Nets noch für die Knicks gejubelt haben. Das hat uns dann in ein Gespräch gebracht, genauer gesagt haben wir darüber geredet, woher ich bin, was ich hier mache und wie es um die Wirtschaft in Österreich steht. Er war sehr interessiert und hat alles für seine Frau und seine Kinder, die ebenfalls hinter mir gesessen sind, wiederholt. Auch in Wirtschaftsfragen schien er etwas zur Diskussion beitragen zu wollen, denn er wusste, dass der Euro überall stärker als der Dollar ist ;) Jedenfalls war er aber nett und diese Familie hat für mich einfach eine amerikanische Family bei ihrer liebsten Freizeitbeschäftigung gezeigt.
Die Atmosphäre war einfach super. Es wurde einiges an Unterhaltung in den Pausen geboten, sei es von den Nets-Dancern....
oder von einer Schulband!
Gewonnen haben im Endeffekt die Knicks, was uns auch recht war ;) Dieser Ausflug war ein toller Einblick in ein wichtiges Stück amerikanische Kultur!
Dienstag, 9. Dezember 2008
04.-07.12.: Vegas, Baby
Am Donnerstag gings mit 3 anderen internationalen und 3 amerikansichen Studenten sehr zeitig zum Flughafen. Da wir -zum Reiseziel passend- von einer Limo abgeholt wurden, war das Aufstehen gar nicht so schlimm! Nach fünf Stunden Flug kamen wir um 10am in Las Vegas an, wo uns bereits die ersten Spielmaschinen erwarteten. Nach dem Einchecken in unser "Strip-Hotel" (was bedeutet, dass es am "Strip" - DER Straße in Vegas, liegt) "Excalibur" stärkten wir uns gleich am "All you can eat"-Buffet. Das Hotel war von außen ein Highlight (es ist eines der großen Hotels in Vegas), wie in jedem Gebäude der Stadt gab es ein Riesencasino im Erdgeschoß, das man durchwandern musste, um zur Rezeption zu gelangen. Das Zimmer, das wir uns mit den beiden anderen Mädels teilten, war nicht so modern, wie es das Hotel vermuten ließ, aber für die paar Stunden, die wir es brauchten, auf jeden Fall okay!
Am Nachmittag haben wir gleich den ersten Ausflug in die Stadt unternommen und sind den Glücklicherweise konnten wir auch die berühmte Fountain-Show, die halbstündlich vorm "Bellagio" stattfindet, sehen!
Auch am Freitag nutzten wir wieder das Buffet im Hotel - diesmal "2 for 1". Wir waren jedoch nicht die einzigen, die dieses Angebot in Anspruch nehmen wollten und deshalb warteten wir in der Schlange rund 10 Minuten. Die Befürchtung, keinen Platz im Speisesaal mehr zu bekommen, erwies sich als völlig unbegründet, da dieser unheimlich riesig war und auch das Essensangebot mehr als ausreichend war!
An dieser Stelle zu stehen war schon etwas ganz Besonderes! Es war nichts zu hören und die Sonne hatte die Felsen in ein wunderschönes rot-oranges Licht getränkt!
Nach dem Lunch und unzähligen Fotos gings wieder in den Helikopter und über eine etwas andere Route zurück zum Flughafen. Da dieser Ausflug ja eine Sunset-Tour war, bot sich uns beim Rückflug dieser unbeschreiblicher Blick:
Auch die Fountainshow vor dem Bellagio konnten wir wieder sehen - diesmal vom Boden aus!
Um 10 Uhr abends ging unser Flug zurück nach NJ, wo wir alle mehr oder weniger gut schlafen konnten. Um 5am New Jersey - Zeit wurden wir am Flughafen wieder von der Limousine abgeholt und zum Campus zurückgebracht. Zwei Stunden später trieb mich der Hunger auf die Uni und somit auch zur ersten Vorlesung, vier Stunden später absolvierten wir unser mündliches Chinesisch-Exam.
Las Vegas ist auf jeden Fall sehenswert! Glamour, Glanz und Geld im großen Stil. Natürlich gibt es auch Seiten, die mich nachdenklich stimmen. Leute, die bereits vormittags vor den Spieltischen hocken, machen mir doch etwas Angst. Weiterer Faktor: Straßenverkäufer, die entlang dem Strip stehen und jedem männlichen Wesen - egal ob mit Freundin unterwegs - Flyer in die Hand drücken wollen. Ihre Ware preisen sie auch auf T-Shirts an: "Girls, Girls, Girls... in 20 minutes to you". Sehr erschreckend...
Montag, 1. Dezember 2008
27.-29.10.: Thanksgiving in Colorado
Nach diesen ersten Eindrücken gings dann nach Hause zu Ulli und Tim, wo wir kulinarisch mehr als verwöhnt wurden! Nach leckeren Appetizern gabs ein vegetarisches Thanksgivingmahl, bestehend aus Lachs, Spinat, Soja, Kartoffeln und Marshrooms. Lecker!!!